Der TikTok-Algorithmus: 6 Tipps für deine “For You”-Page-Platzierung

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Ein Beitrag von Anna Maucher, Marketing Managerin bei SocialHub

80 Prozent organische Reichweite ist etwas, wovon man auf Social Media nur noch träumen kann. Fast, denn es gibt aktuell eine Ausnahme: TikTok! Falls der Hype an dir vorbei gegangen ist: TikTok ist eine Kurzvideo-App, auf der du 15- oder 60-sekündige Clips hochladen kannst, die du mit Effekten, Filtern, Musik und Sounds hinterlegen kannst. Die beliebte Kurzvideo-App ist aktuell die einzige Plattform, auf der du (bisher) keinen Werbe-Cent für gute Reichweiten ausgeben musst. Je früher du also mit TikTok anfängst, desto besser. Denn für Brands bietet TikTok aktuell die besten Möglichkeiten, mit gutem, organischen Content hohe Reichweiten zu erzielen. Wer weiß, wie lange der Algorithmus diese ‘kostenlosen’ Reichweiten noch ermöglicht?

Warum gibt es den TikTok-Algorithmus?

Was TikTok mit anderen Social-Media-Plattformen gemeinsam hat: Es wird dir vermehrt die Art von Content vorgeschlagen, mit dem du thematisch auch bisher am meisten interagiert hast. Der Algorithmus will aber zusätzlich Kreativität und Abwechslung gewährleisten und noch unbekannte Creators fördern. Obwohl sich der Algorithmus also nach den Interessen und dem Nutzerverhalten richtet, werden immer wieder neue Clips mit keinen bis kaum Interaktionen auf deiner “For you”-Page ausgespielt, die als voreingestellte Startseite dient und nur von TikTok kuratierte Inhalte enthält. So kann jeder Account, unabhängig von der Followeranzahl und bisherigen Erfolgen, mit gutem Content Reichweite generieren. TikTok möchte somit gewährleisten, dass deine “Für dich”-Page so abwechslungsreich wie möglich ist. Das ist einzigartig an dem Algorithmus und macht ihn aktuell sehr wertvoll. 

Wie funktioniert der TikTok-Algorithmus?

Im Juni 2020 erklärte TikTok zum ersten Mal, wie sein Algorithmus funktioniert. Der heilige Gral von TikTok ist die “For You”-Page, auf der du in Endlosschleife durch die Videos, die dir vom Algorithmus vorgeschlagen werden, einfach durchscrollen kannst. Und damit dein Video auf der “For You”-Page möglichst vieler Nutzerinnen und Nutzer angezeigt wird, berücksichtigt der Algorithmus drei Faktoren:

  1. Interaktionen: Bei TikTok zählen wirklich alle Aktionen, die du auf der App vornimmst.
    a. Likes, Kommentare und Shares sind immer noch sehr wichtige Faktoren für den Algorithmus.
    b. Abspieldauer und Frequenz ist tatsächlich der stärkste Indikator für die Relevanz deiner Videos. Entscheidend ist also, ob ein Video komplett angesehen wird, mehrmals angesehen wird, abgebrochen wird und wann es abgebrochen wird.
    c. Eine Rolle spielt auch, welchen Accounts du folgst und welchen Creators wiederum diese Accounts folgen. Dieser Faktor fällt bei TikTok aber weniger stark ins Gewicht, weil es darum geht, dich mit neuen Benutzer*innen und Inhalten vertraut zu machen.
    d. Zu welchen Themen, Hashtags, Sounds und Nutzer*innen du Suchanfragen stellst, zählt auch zu den Interaktionen.
    e. Zudem zählt, zu welchen Themen du eigene Videos erstellst. Wenn du gerne Katzenvideos mit den entsprechenden Hashtags und Sound hochlädst, bekommst du auch mehr Katzenvideos vorgeschlagen.
  2. Videoinformationen: Ein wichtiger Indikator für das Thema und die Relevanz deines Videos sind die Captions mit bestimmten Keywords und Hashtags. Je mehr andere Nutzerinnen und Nutzer mit Videos zu ähnlichen Hashtags und Keywords agieren, umso größer ist die Chance, dass dein Video ihnen auch angezeigt wird. 
  3. Gerät und Kontoeinstellungen: Auf TikTok spielen auch dein Standort, deine bevorzugten Sprachen und für das Nutzungserlebnis das Gerät, auf dem du die App verwendest, eine Rolle. So werden dir eher Videos in deiner Sprache und aus deiner Umgebung vorgeschlagen. Dieser Faktor ist zwar nicht ganz so wichtig wie die beiden vorangegangenen, zahlt aber trotzdem auf den Algorithmus ein.
Bildquelle: https://www.shorttimetech.net/go-insight-how-tiktok-algorithm-works/

Aufgrund dieser Faktoren wird deine individuelle “For You”-Page mit der Zeit also immer stärker, aber auch immer wieder neu personalisiert. Da TikTok jedoch vor allem Abwechslung und Kreativität fördern möchte, werden dir zusätzlich immer wieder neue, noch unbekannte Videovorschläge präsentiert. Das bietet großes Potential für jeden Creator, entdeckt zu werden.

TikTok selbst betont immer wieder, dass es keine Rolle spielt, wie viele Follower du bereits hast und wie viele Likes deine bisherigen Videos erzielt haben. Jedes Video wird immer wieder vom Algorithmus neu überprüft und bewertet. Und das funktioniert so:

  1. Dein Video wird zunächst einer kleinen Gruppe von Userinnen und Usern gezeigt, die in der Vergangenheit mit ähnlichen Inhalten interagiert haben.
  2. Der Algorithmus misst anhand der oben genannten Faktoren, wie wertvoll dein Video ist.
  3. Je nachdem, wie dein Video hier abschneidet, wird es schrittweise immer mehr Menschen ausgespielt.

6 Tipps für deine “For You”-Page-Platzierung

1. Komm auf den Punkt.

Wir haben gelernt, dass die Abspieldauer einer der ausschlaggebendsten Faktoren für den TikTok-Algorithmus ist. Wenn Nutzerinnen und Nutzer dein Video also abbrechen und nicht bis zum Ende ansehen, wirkt sich das relativ stark auf dein Ranking aus. Deswegen solltest du in deinen Videos schnell auf den Punkt kommen und die Spannung konstant aufrecht erhalten. Die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne beim Ansehen eines Videos liegt bei 8 Sekunden. Du solltest also auch eher auf 15-sekündige Videos setzen, da diese aufgrund der Kürze mit höherer Wahrscheinlichkeit komplett angesehen werden. Prinzipiell gilt: Das Video sollte die Zuschauerinnen und Zuschauer innerhalb der ersten drei Sekunden fesseln.

2. Verfolge und gehe mit den Trends.

TikTok-Trends sind sehr schnelllebig. Wenn du aber rechtzeitig und frühzeitig auf einen neuen Trend aufspringst und ihn gut umsetzt, wird das relativ einfach mit einer großen Reichweite belohnt. Trends findest du, indem du zum Beispiel auf die Discovery Page in der App gehst und dort nach den Trend-Hashtags suchst. Wenn du in den Video-Editor gehst, werden dir außerdem trendende Sounds und Songs sowie beliebte Filter vorgeschlagen. Besonders beliebt und leicht umzusetzen sind Challenges auf TikTok. Diese gepaart mit dem jeweiligen Hashtag erhöhen deine Wahrscheinlichkeit, gesehen zu werden.

3. Lerne deine Zielgruppe kennen.

Um zu wissen, welche Videos deiner Zielgruppe gefallen, gibt es wieder nur eines: auswerten, auswerten, auswerten. Dazu brauchst du einen TikTok-Pro-Account, auf den du deinen privaten Account kostenlos und einfach in den Profileinstellungen upgraden kannst. Mit diesem Account hast du unter anderem Zugriff auf folgende Daten deines Publikums:

  • demographische Informationen,
  • durchschnittliche Abspieldauer deiner Videos,
  • die aktivsten Zeiten auf TikTok,
  • beliebte Songs und Sounds.

Mithilfe dieser und weiterer Zahlen solltest du regelmäßig analysieren, welche Inhalte deine Follower sehen wollen.

4. Ruh dich nicht auf deinen Lorbeeren aus.

Im Gegensatz zu anderen sozialen Netzwerken reicht ein virales Video und eine große Followerzahl nicht aus, um dauerhaft auf TikTok erfolgreich zu sein. Du musst deine Qualität langfristig aufrecht erhalten, um eine große Reichweite zu generieren und oft auf den “For You”-Pages zu landen. Abwechslung zahlt sich aus: Experimentiere mit verschiedenen Formaten und Inhalten. TikTok-Nutzerinnen und -Nutzer wollen entgegen der geltenden Meinung nicht nur lustige Tanz-Videos sehen. Es gibt für viele Nischen auf der App eine Plattform, du musst deine Informationen nur unterhaltsam und kurzweilig im TikTok-Stil verpacken.

5. Verwende Hashtags und Captions.

Hashtags auf TikTok zu verwenden ist essentiell wichtig. Getestet hat das zum Beispiel Fynn Kliemann (@fimbimtok), indem er dasselbe Video einmal mit Hashtags und einmal ohne Hashtags hochgeladen hat. Ergebnis: Das Video ohne Hashtags hat aktuell knappe 93.000 Aufrufe, das Video mit Hashtags mit 1,7 Millionen Aufrufen mehr als das Achtzehnfache (Stand: 11/2020). Das liegt einfach daran, dass dein Video zum einen anhand der Hashtags in der TikTok-Suche gefunden werden kann und zum anderen der Algorithmus das Thema deines Videos anhand der Hashtags verorten und an diejenigen ausspielen kann, die mit demselben Hashtag oft interagiert haben. Verwende am besten zum Inhalt passende, nicht willkürliche Hashtags, die vielleicht gerade trenden.

Bei der Formulierung deiner Captions solltest du darauf setzen, die Spannung in deinem Video aufrecht zu erhalten, damit es komplett angesehen wird, oder anhand von Fragen Interaktionen hervorzurufen. Dafür hast du nur maximal 150 Zeichen zur Verfügung. Wenn der Plot Twist deiner Story zum Beispiel erst am Ende deines Videos kommt, halte die Aufmerksamkeit deiner Zuschauerinnen und Zuschauer mit der Caption “Wait till the end. It’s worth it” aufrecht. Aber lass dann am Ende deines Videos wirklich etwas passieren. Ein enttäuschtes Publikum ist nicht nachhaltig für deinen Erfolg auf TikTok.

6. Schalte (trotzdem) Werbeanzeigen.

TikTok ist aktuell das magische Einhorn der organischen Reichweite. Trotzdem kannst du auf der Plattform Ads für dein Produkt oder deine Dienstleistung schalten. Dadurch, dass aktuell noch relativ wenig Werbetreibende auf TikTok unterwegs sind, hast du die Möglichkeit, mit niedrigem CPM deine Zielgruppe zu erreichen. Um Werbeanzeigen auf TikTok schalten zu können, musst du dich aktuell in Deutschland aber noch relativ kompliziert bewerben, um für den Ads Manager freigeschaltet zu werden. Weil sich diesen Aufwand viele Unternehmen nicht machen möchten, ist das deine große Chance, unter wenig Konkurrenz auf TikTok herauszustechen, bevor das Tool für alle freigegeben wird.


Titelbild: Anna Maucher über Colin Lloyd auf Unsplash

Quellen:
https://onlinemarketing.de/news/tiktok-algorithmus?fbclid=IwAR2x_Krkx96ldhDbt_vLoLdeWc2wSs1PiUqFbiA1cn8iWg1E6wUN3ZLybOE

https://www.trendingtopics.at/tiktok-algorithmus/
https://praxistipps.chip.de/tiktok-werbung-alle-infos-zu-ads-und-kampagnen_122249

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