Der Underdog Pinterest – 9 praktische Tipps, wie du Pinterest zu deinem Traffic Booster machst

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Ein Gastbeitrag von Franziska von Lienen, Skana Media

Du denkst, Pinterest ist nur relevant für Fashion, DIY, Rezepte und Beauty? Falsch gedacht! Dadurch lässt du dir womöglich riesiges Traffic Potenzial für deine Website entgehen. Deshalb zeigen wir dir hier, wer Pinterest mal genauer unter die Lupe nehmen sollte, was du für eine erfolgreiche Strategie unbedingt beachten solltest und wohin die Reise in 2020 mit Pinterest gehen wird! Du wirst dich wundern, was alles möglich ist und welches Potenzial in dieser visuellen Suchmaschine schlummert…

Erstmal ran an die Fakten: weltweit nutzen 291 Mio. Menschen aktiv Pinterest im Monat. Mit einem Wachstumsanstieg von 30% in 2018, zählt Pinterest in Deutschland mittlerweile rund 12 Mio. aktive Nutzer pro Monat. Und mit aktiv ist gemeint, dass täglich 3,2 Mio. Pins in Deutschland verteilt werden. Diese Pins haben eine Halbwertszeit von 3,5 Monaten und sind 24x länger aktuell als bei Instagram. Davon geben 93% an, Pinterest im Zusammenhang mit einer Kaufentscheidung zu nutzen.

Die Pinner sind also sehr aktiv, lieben es sich Inspirationen auf ihren privaten Pinnwänden zu merken oder direkt im Online Shop zu bestellen. Genau hier besteht riesiges Potenzial für Unternehmen, mit ihren gebrandeten Pins auf ihre Produkte oder Dienstleistungen aufmerksam zu machen. Große Unternehmen machen es bereits sehr erfolgreich vor: IKEA, OBI, Edeka, Westwing, Gofeminin und Dr. Oetker erzielen mehrere Millionen Betrachter für ihr Pinterest Profil pro Monat – und das rein organisch!

Welche Branchen sind typisch für Pinterest?

Um die potenziellen Branchen und Nischen auf Pinterest zu verstehen ist es erstmal wichtig zu wissen, dass 70% der Pinterest Nutzer weiblich sind. Doch auch 50% der Neuanmeldungen sind Männer. Weiterhin wird Pinterest zu mindestens 80% mobil genutzt.

So sieht die Altersstruktur auf Pinterest aus:

Falls du Pinterest als weiteres soziales Netzwerk einordnest, muss ich dich enttäuschen oder vielleicht auch erleichtern… Bei Pinterest handelt es sich nämlich nicht um eine weitere Social Media Plattform, sondern ist eine visuelle Suchmaschine. Dementsprechend sind das Nutzungsverhalten sowie die Marketingmöglichkeiten ein ganz anderes und auch Selfies haben hier keinen Platz. Es sehen nämlich nicht Menschen deine Inhalte, die dir folgen, sondern diejenigen, die nach einer Lösung für ihre Herausforderung oder nach Inspirationen für ein anstehendes Projekt suchen. Demnach erreichst du eine ganz andere Zielgruppe als beispielsweise bei Instagram und befindest dich in einem sehr spannenden Punkt in der Customer Journey, in dem die Nutzer in der Regel sehr kauffreudig sind.

Typische Branchen auf Pinterest sind Einrichtung, Mode, Gesundheit & Rezepte sowie DIY. Schau mal, wie es diese Unternehmen machen, bei denen Pinterest zu einer der stärksten Traffic Quellen zählt:

Screenshot auf Pinterest von ikea.de

Diese Branchen sollten Pinterest unbedingt unter die Lupe nehmen!

Doch auch andere Branchen nutzen Pinterest bereits super erfolgreich für sich:

Weitere Beispiele findest du hier.

Du siehst also – Pinterest ist bei Bloggern, Selbstständigen und auch KMUs sowie Konzernen sehr beliebt, um eine große Reichweite aufzubauen.

Generell lässt sich sagen, dass Pinterest sehr gut für e-commerce Shops geeignet ist. Möchten diese Erfolg auf der visuellen Suchmaschine haben, sollten diese inspirativen Mehrwert bieten und ihre Produkte gut in Szene dargestellt zeigen. Aber auch Blogger oder Dienstleister, die tolle Tipps, Anleitungen und Erfahrungsberichte beispielsweise in Form eines Blogs auf ihrer Website anbieten, können Pinterest sehr erfolgreich nutzen. Im Prinzip kann fast jede Branche Pinterest als erfolgreiche Marketingplattform einbinden. Wichtig ist nur immer, dass in irgendeiner Form Inspiration und Mehrwert geboten wird.

Die Top Trends auf Pinterest

Bei deinen Inhalten macht es sehr viel Sinn, auf aktuelle Saisons sowie Trends einzugehen, sodass du dazu passende Inhalte erstellst und pinnst. Zu den Trendthemen auf Pinterest, führt Pinterest eine jährliche Analyse durch. Beispielsweise wird stark vermehrt nach Thermalquellen, Fitnessband-Training, Bienenwachstücher, besser schlafen, Superfood Pulver, Nebenerwerb von Zuhause, Skizzenbücher, Töpfern, Kreidekunst, Hochzeitskleid gold, pegan essen, moderner Kamin, Cord, ovale Sonnenbrillen, Mandelnägel, Spielzeug Abonnements und vielem mehr gesucht. Bist du also in diesen Bereich aktiv, ist Pinterest eine sehr interessante Plattform für dich. Die komplette Studie kannst du hier lesen.

Suchanfrage auf Pinterest „Superfood Pulver“

9 Praktische Tipps für deinen Start auf Pinterest

Möchtest du mit Pinterest durchstarten, dann beachte diese essentiellen, um Pinterest als erfolgreiche Traffic Plattform aufzubauen und somit langfristig deine Markenbekanntheit zu stärken sowie deinen Websitetraffic zu erhöhen.

1. Unternehmensaccount einrichten
Es gibt die Wahl zwischen einem privaten und einem Unternehmensaccount. Wähle hier definitiv zweiteres. Damit hast du die Möglichkeit, mithilfe von Pinterest Analytics spannende Einblicke in deine am besten performenden Inhalte zu erhalten. Es besteht auch die Möglichkeit, deinen privaten Account in einen Business Account umzuwandeln.

2. Zielgruppe definieren
Wer ist deine Zielgruppe? Unterscheidet sie sich auf Pinterest zu deinen anderen Marketing Plattformen? Vielleicht möchtest du Pinterest implementieren, um Frauen und vor allem Mütter anzusprechen. Das solltest du für dich zu Beginn analysieren und definieren. Überlege dir außerdem, welche Bedürfnisse, Herausforderungen & Interessen diese Zielgruppe auf Pinterest hat. Dies beeinflusst später maßgeblich deine Positionierung und Themenwelt, in der du deine Pinnwände aufbaust. Überlege dir auch, nach welchen Suchbegriffen deine Zielgruppe bei Pinterest womöglich sucht, damit du deine Inhalte genau darauf ausrichten kannst und dazu gefunden wirst.

3. Die wichtigsten Keywords analysieren
Pinterest ist eine Suchmaschine und dementsprechend ist es auch essentiell, deine Inhalte mit den wichtigsten Keywords zu optimieren! Ansonsten werden diese nicht gefunden und Pinterest wird keinen Erfolg für dich haben. Auf Basis der zuvor analysierten Interessen deiner Zielgruppe sowie den Themen, die du auf deiner Website hast, führst du nun deine Keyword-Recherche durch. Dazu gibt es kein spezielles Tool. Gib einfach deinen Suchbegriff wie z.B. „Packliste“ in das Suchfeld ein und notiere dir die vorgeschlagenen Longtail Keywords in einer Übersicht, die in den bunten Kästchen angezeigt werden.

4. Themenwelt erstellen
Erstelle nun das Herzstück deines Pinterest Profils – deine Pinnwände! Diese sollten nicht zu allgemein sein, sondern eher nischig ausgewählt werden. Statt Reisetipps, erstellst du lieber eine Pinnwand zu Kapstadt Reisetipps und jedes Reiseland bekommt eine eigene Pinnwand. Deine Pinnwandtitel müssen nicht fancy klingen! Viel wichtiger ist es, dass diese Keyword-optimiert sind und so benannt sind, wie auch Pinterest Nutzer nach diesen Themen suchen. Ergänze deine Pinnwände um Trend- sowie Saison Themen. Im Reisebereich macht es beispielsweise Sinn, eine Pinnwand zu „günstige Reiseziele in den Sommerferien“ oder „Wandern in Weinregionen“ zu erstellen. Bei den Trendthemen 2019 wird vermehrt nach „Zero-Waste-Reisen“ oder „weniger bereiste Inseln“ gesucht. Hat das Unternehmen oder der Blogger also auch zu diesen Themen Inhalte, macht eine Pinnwand definitiv Sinn. Um genügend Start-Content zu haben, solltest du mit mindestens 12 Pinnwänden beginnen.

Tipp: Erstelle zusätzlich eine Pinnwand, auf die ausschließlich deine Produktpins oder Pins zu Blogartikel gepinnt werden. Hier hast du immer alle deine Pins in einer Übersicht. (Üblicherweise lädst du nicht nur deine eigenen Pins hoch, sondern repinnst auch passende fremde Inhalte auf deine Pinnwände).

5. Design Templates erstellen
Deine Pins können organisch tausende Impressionen erzielen. Nutze diese Möglichkeit nicht nur, um Klicks für deine Website zu erzielen, sondern auch, um deine Markenbekanntheit zu stärken. Demnach solltest du dir Pin-Vorlagen erstellen, die in deinem Corporate Design gestaltet sind und dein Logo enthalten. Wenn du 3-4 verschiedene Templates erstellt hast, müssen nur noch Bilder ausgetauscht und der Text angepasst werden. Dies spart dir unheimlich viel Zeit und bietet dir gleichzeitig einen Wiedererkennungswert auf Pinterest. Pins sollten nämlich nicht nur aus reinen Fotos bestehen, sondern auch Text etc. enthalten.

Tipp: 80% der Pinterest Nutzer sind mobile unterwegs. Deshalb sollten deine Pins im Hochformat (2:3) erstellt sein und gut lesbar sein. Achte also auf einen kurzen und knackigen Text, Kontrast, sowie einer gut lesbaren Schrift.
Mehr Tipps zum Pindesign findest du hier.

Außerdem findest du auf dieser Pinnwand verschiedene Best-Practice Beispiele, von denen du dich inspirieren lassen kannst.

6. Keyword-optimierte Texte
Deine Keyword-Recherche hast du bereits erstellt. Doch was nun damit? Füge überall wo du auf Pinterest Text einfügen kannst, eine Keyword-optimierte Beschreibung ein. Dazu zählt dein Profilname, die Profilbeschreibung, Pinnwand-Titel, Pinnwandbeschreibungen sowie Pinbeschreibungen. Nutze jeweils die maximale Zeichenanzahl aus und schreibe einen Keyword-optimierten Fließtext, der zum Kontext passt. Deine Pinbeschreibungen kannst du zusätzlich durch #Hashtags ergänzen. Der Fokus liegt allerdings aktuell nicht auf Hashtags, sondern auf Keywords im Fließtext, weshalb diese priorisiert werden sollten.

Es kann alternativ auch sehr gut ein Pinnwand-Widget auf der Website eingebunden werden.

7. Kontinuität & Automatisierung
Ähnlich wie bei Instagram & Co. gibt es einen Pinterest Algorithmus. Dieser bestimmt, wie stark deine Inhalte ausgespielt werden. Ein wichtiger Faktor für ein gutes Ranking ist Kontinuität. Bei Pinterest ist es sehr wichtig, täglich zu pinnen! Empfohlen sind mindestens 10 Pins pro Tag. Aber keine Panik! Diese lassen sich mit einigen Tricks sehr gut erzielen. Dafür musst du dann nur 20-30 neue Pins pro Monat erstellen. Und damit du all dies nicht manuell täglich (Ja – auch Samstag und Sonntag) in Pinterest hochladen musst, gibt es verschiedene Planungstools, die die Pins für dich automatisiert und täglich auf Pinterest pinnen. Dazu zählen beispielsweise Tailwind, Viraltag und Hootsuite.

8. Rich Pins aktivieren
Rich Pins erhalten mehr Sichtbarkeit im Feed und enthalten zusätzliche Informationen. Rich Pins werden nämlich um die Meta Daten der entsprechenden Seite ergänzt, wodurch du deine Keyword-Dichte steigern kannst. Demnach ziehen Rich Pins zusätzliche Informationen von der Website, die synchronisiert werden. Bei Produkt Rich Pins wird beispielsweise direkt der Produktpreis angezeigt oder bei Rezepte Pins die Zutatenliste sowie Zubereitungszeit. Hier kannst du Rich Pins einstellen.

9. Website verifizieren
Pinterest möchte qualitativ hochwertigen Content auf Pinterest. Und damit diese wissen, dass die Pins, die zu deiner Website führen kein Spam sind, solltest du unbedingt deine Website verifizieren! Dies ist ein weiterer essentieller Faktor, der positiv durch den Algorithmus bewertet wird und unbedingt umgesetzt werden sollte. Wie du deine Website verifizierst, kannst du hier nachlesen.

Möchtest du neben deiner Website auch auf deinen Instagram oder YouTube Kanal oder Etsy Shop verlinken? Dann verifiziere auch diese Accounts unter Einstellungen > Verifizieren. Dies hast du in wenigen Minuten erledigt.

Pinfuture – die wichtigsten Themen für 2020

Wie geht’s mit Pinterest weiter und was solltest du in Zukunft weiterhin in deiner Strategie beachten? Seit Februar gibt es nun auch die Möglichkeit, Werbeanzeigen zu schalten. Diese können oftmals eine sehr sinnvolle Ergänzung in der Strategie sein, um den Erfolg noch weiter zu steigern. Vor allem jetzt sind die Preise noch sehr günstig, weshalb sich ein erster Test definitiv lohnt!

Auch seit Juni 2019 ist Pinterest an der Börse. Seitdem werden viele neue Funktionen und Pin-Formate entwickelt. Beispielsweise lassen sich neben statischen Pins auch Video Pins hochladen. Diese lenken mehr Aufmerksamkeit auf sich und können ein sehr gutes Storytelling beinhalten. Diese sollten also in keiner guten Strategie fehlen. Weiterhin befinden sich aktuell sogenannte „Story Pins“ in der Beta Testung. Dies ist ein revolutionären Pin Format, das nicht mit den Storys von Instagram zu verwechseln ist! Wie Story Pins aussehen können, siehst du hier.

Es kann alternativ auch sehr gut ein Pinnwand-Widget auf der Website eingebunden werden. 

Oft wird auch die Frage gestellt, welche Rolle Influencer auf Pinterest spielen. Aktuell finden hier eher wenig Kooperationen statt was aber nicht heißt, dass es nicht sinnvoll sein kann! Vor allem bei bereits bestehenden Kampagnen macht eine Ergänzung auf Pinterest sehr viel Sinn. Damit kann die Langlebigkeit der Kampagne stark erhöht werden. Sogenannte „Pinfluencer“ sind also ein sehr spannendes Thema für 2020!

Franziska von Lienen von Skana Media. Gemeinsam mit Ihrer Geschäftspartnerin Natalie Stark setzt die Pinterest Expertin Strategien für mittelständische Unternehmen und Konzerne auf und gibt Inhouse Pinterest Workshops. Gemeinsam haben die beiden auch den 1. deutschen Pinterest Podcast gegründet: Pinsights – Der Podcast für dein erfolgreiches Pinterest Marketing.

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