Pinterest: Einfach machen!

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Ein Gastbeitrag von Michael Boccacino, Director for Content Partnerships bei TheSoul Publishing

Seit seiner Gründung vor rund zehn Jahren hat sich Pinterest zu einer namhaften Größe unter den sozialen Netzen etabliert, mit inzwischen an die 300 Millionen User weltweit. Aber wie bei jedem Wagnis in Richtung einer anderen Plattform sind Strategie und Planung erforderlich, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Dieser Beitrag gibt Tipps für die richtige Herangehensweise.

Pinterest hat einen Vitalisierungsschub erfahren, nachdem die Videoaufrufe im Vergleich zum Vorjahr um 240 Prozent gestiegen sind. Laut Statista landet Pinterest auf dem vierten Platz der „klassischen“ sozialen Netze. Damit liegt die Online-Pinnwand deutlich vor Branchen-Größen wie etwa Twitter oder Snapchat. Es gibt also gute Gründe, sich intensiv mit Pinterest auseinanderzusetzen. Dabei gilt es zunächst auf das zentrale Unterscheidungsmerkmal der Plattform einzugehen.

Von seinen Mitbewerbern unterscheidet sich Pinterest vor allem durch die Möglichkeit virtuelle Moodboards zu erstellen und dient daher nicht nur als soziale Plattform, sondern auch als praktisches kreatives Werkzeug. Der Name ist eben Programm, denn Pinterest ist ja ein Kofferwort aus „to pin“ und „interest“, also die eigenen Interessen anheften. Und mit dieser Funktion als digitaler Post-it für Kreativ-Ideen hat die Plattform ihre ganz eigenen Chancen und Nutzungsmöglichkeiten.

Inhalte auf Dauer stellen

Pinterest ist der Ort der Inspiration: Wer sich zum Beispiel für das Thema Hochzeitplanung interessiert, kann Inhalte leicht bis zu zwei Jahre anpinnen. Im Vergleich mit der Geschwindigkeit, der Beiträge auf einer Plattform wie Twitter, wo die Interaktion reaktiv und im Moment stattfindet, wird dieser Nutzen besonders gut deutlich. Für Marken bietet dies eine „Langlebigkeit“ für Inhalte, die so auf anderen Social-Media-Kanälen nicht möglich ist. Dort brennen die Trends meist schnell und hell ab.

Erfolgreich durch visuelle Suchmaschine

Auch die Art und Weise bei der Speicherung von Inhalten funktioniert anders: Pinterest funktioniert eher als visuelle Suchmaschine als eine traditionelle soziale Plattform. Brands können Inhalte aufbauen, auf die immer wieder zugegriffen wird. Dies führt zu einem besseren Return on Investment (ROI) pro Stück Inhalt, weil die erfolgreichsten Stücke eine lange und produktive Haltbarkeit haben.

Das bedeutet auch, dass die Verwaltung eines Pinterest Accounts meist weniger arbeitsintensiv ist. Der Umfang und die Qualität der Inhalte sind daher wichtiger als eine schnelle Veröffentlichungsdichte. Die Konzentration auf die visuelle Suche bedeutet, dass Pinterest die Ersteller/Publisher mit der größten Bandbreite an Inhalten belohnt. Die visuelle Suchfunktion bietet zudem einen großen Mehrwert, weil sie mit ihren farbenfrohen Thumbnails sicher hilft, CTRs zu optimieren.

Pinterest genießt hohes Vertrauen bei Auswahl von Produkten und Dienstleistungen

Pinterest kann als wirksamer Ersatz für einen traditionellen Produktkatalog dienen. Laut einer Erhebung von Pinterest gaben 64 Prozent der Befragten an, dass Pinterest eine gut geeignete Plattform für die Suche nach Produkten und Dienstleistungen ist. Da die Verbraucher immer mehr das Vertrauen in Marken verlieren, kommt dem eine besondere Bedeutung zu, weil das Volumen der Markensuche zurückgeht. Auf sozialen Plattformen, darunter Pinterest, recherchieren immer mehr User ihre Einkäufe. IKEA hat z.B. seinen berühmten Katalog seit 2018 auf Pinterest erfolgreich integriert, und viele weitere Unternehmen folgen diesem Beispiel.

Reichweite erhöhen

Wer in erster Linie auf eine hohe Reichweite zielt, kann das mit dem Ausbau seiner Inhalte-Library erreichen. Mehr Fotos einstellen bedeutet – bei entsprechend guter Qualität – die Chance auf mehr Reichweite und bessere Rückführung auf andere eigene Kanäle.

Pinterest Analytics richtig nutzen

Pinterest Analytics bietet eine Profilübersicht zu der eigenen Zielgruppe sowie über die Aufrufe der Pins pro Tag. Über die Zielgruppenreichweite lassen sich demographische Informationen genauso gut ablesen wie Angaben zu Geschlecht, Sprache und Interessen der User. Dabei lässt sich schnell feststellen, welche Pins performen und wie sich dabei am besten auf die Zielgrupp eingehen lässt.

Das User Experience muss stimmen

Die User Experience bei Pinterest ist nach wie vor von entscheidender Bedeutung, und es ist wichtig, sicherzustellen, dass der Inhalt ein Gefühl des Mehrwerts vermittelt. Er muss für den Benutzer inspirierend sein und die Marke widerspiegeln – nicht nur eine Gelegenheit zum Verkaufen.

Cross-mediale Strategie

Der Schlüssel zum Erfolg ist dabei eine umfassende Strategie, die die Notwendigkeit der Unterstützung von Umsatzwachstum mit dem eigentlichen Zweck der Plattform für deren Anwender verbindet: kreative Inspiration. So können zum Beispiel Pinterest-Fotos ein Teaser für vertiefende Beiträge auf YouTube sein; die Videos zeigen dann etwa, wie die kreativen Elemente auf den Fotos entstanden sind. 

Umsätze über Pinterest generieren

Für die Ersteller von Inhalten bietet Pinterest keine direkte Monetarisierung an – es geht vielmehr um Markenintegrationen. Pinterest lässt sich nutzen, um Traffic zurück auf eigene, umsatzbringende Kanäle auf anderen Plattformen zu lenken – mit dem Vorteil von mehr Reichweite und Awareness.

Fazit

Pinterest bietet ein einzigartiges Angebot für Vermarkter. Es ermöglicht ihnen, die Aufmerksamkeit der Zuschauer langfristig zu halten und sie immer wieder auf den Inhalt zurückkommen zu lassen. Darüber hinaus bietet es Marken die Möglichkeit, Online-Kataloge in einer nativen Umgebung für ihre Nutzer zu erstellen. Eine Monetarisierung würde zweifellos den Appetit der Werbetreibenden steigern; doch auch der Wert der Wiedererkennung einer Marke und die Integration kommerzieller Bilderwelten in die Boards der Verbraucher werden weiterhin dafür sorgen, dass Pinterest ein wichtiges Teil des Social-Media-Puzzles bleibt.

Michael Boccacino ist bei TheSoul Publishing, einem der weltweit führenden Digitalstudios, Director für Content-Partnerschaften. In dieser Funktion gestaltet er die aktuellen und künftigen Plattformkooperationen des Unternehmens mit. Michael verfügt über eine breite Branchenerfahrung. In den vergangenen zehn Jahren war er für Unternehmen wie BuzzFeed, Grindr, Salesforce und Disney tätig. TheSoul Publishing mit über 1.500 Mitarbeitern in fünf Jahren auf allen sechs Kontinenten gehört zu einem der schnellst wachsenden Unternehmen im Digital-Publishing-Bereich.

Titelbild: Anna Maucher über Annie Spratt auf Unsplash

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