Der LinkedIn-Algorithmus: 6 Tipps für mehr Sichtbarkeit und Reichweite

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Der LinkedIn Algorithmus - Tipps & Tricks Titelbild

LinkedIn spielt sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld eine immer wichtigere Rolle. Egal ob man als Jobsuchende*r potenzielle Arbeitgeber*innen auf sich aufmerksam machen, als Unternehmen passende Mitarbeiter*innen und Kund*innen finden oder als Freelancer*in sein Netzwerk vergrößern möchte – die Möglichkeiten von LinkedIn sind gefragter denn je. 

Das Business-Netzwerk LinkedIn ist längst mehr als ein nützliches Tool im Bereich HR und Recruiting. Unternehmen und Agenturen nutzen das Netzwerk schon länger erfolgreich, um auf ihre Produkte und Dienstleistungen aufmerksam zu machen und diese (im besten Fall) zu verkaufen. Dafür hat LinkedIn sogar ein eigenes Tool entwickelt: den LinkedIn Sales Navigator. Mit dem Sales Navigator kannst du zum Beispiel mit einer größeren Auswahl an Suchfiltern mehr und bessere Leads ausfindig machen und eine bestimmte Anzahl an Direktnachrichten verschicken.

Bestes Netzwerk zur Lead-Generierung

Laut HubSpot ist LinkedIn das beste Netzwerk zur Lead Generierung mit einer Besucher-zu-Lead Conversion Rate von 2,74 Prozent. Im Vergleich dazu hat Facebook eine Conversion Rate von 0,77 Prozent, Twitter nur 0,69 Prozent. Die Lead Generierung über LinkedIn ist also mehr als doppelt so erfolgreich wie über die anderen beiden Netzwerke zusammen.

Im Unterschied zu anderen Netzwerken wie Facebook oder Twitter legen LinkedIn-Nutzer*innen größeren Wert auf ein gepflegtes und vollständiges Profil. Sie machen vergleichsweise viele Profilangaben, um Unternehmen, Partner*innen und potenziellen Auftrag- und Arbeitgeber*innen einen guten Überblick über die eigenen Erfahrungen und Skills zu verschaffen. Manche laden gar ganze Lebensläufe oder Arbeitszeugnisse ins eigene Profil hoch. Das verschafft LinkedIn eine sehr gute Datenbasis, was wiederum wertvoll für Unternehmen ist, die via LinkedIn Vertriebs-Leads, Kund*innen oder Mitarbeiter*innen suchen oder Werbung schalten möchten. Dein Vertriebsteam hat hier also theoretisch leichtes Spiel. Aktuell sind über 30 Millionen Unternehmen auf LinkedIn angemeldet, Tendenz steigend.

Großes Potenzial durch „Social Selling“

Social Selling hat auf LinkedIn längst seine Daseinsberechtigung, auch wenn der ein oder andere diese Tatsache immer noch nicht wahrhaben möchte. Doch immer mehr Unternehmen schätzen und nutzen die Chancen, auf LinkedIn neue Ansprechpartner*innen, Produkte oder Services kennenzulernen. Und das solltest du auch, denn so einfach war es noch nie, neue berufliche Kontakte zu knüpfen und dein Unternehmen mit neuen Ideen voranzubringen. Wer seine LinkedIn-Strategie überdenkt, neue (anscheinend nicht zielgruppengerechte) Kontakte nicht einfach ungefiltert in sein Netzwerk aufnimmt und sein Profil und seine Interessen entsprechend anpasst, wird das Netzwerk erfolgreich für sich nutzen können. 

Ist LinkedIn das neue Facebook?

Die steigende Beliebtheit der vielen Möglichkeiten auf LinkedIn spiegelt sich auch in der Nutzerzahl wider: Seit seiner Gründung im Jahr 2002 ist LinkedIn nutzer- und umsatzmäßig kontinuierlich gewachsen. Aktuell sind knapp 675 Millionen Menschen auf LinkedIn registriert (Stand: März 2020), davon über 14 Millionen in der DACH-Region. LinkedIn ist damit seinem deutschen Konkurrenten XING dicht auf den Fersen, das mit 17 Millionen Nutzer*innen aktuell immer noch die Nase vorn hat, aber mit nur zwei Millionen wöchentlich aktiven Nutzer*innen vergleichsweise schwach performt. Wir sind uns sicher: Dass LinkedIn XING überholen wird, ist nur noch eine Frage der Zeit.

Die Verteilung der Nutzerzahlen von LinkedIn auf die verschiedenen Länder (Quelle: https://news.linkedin.com/about-us#statistics)

LinkedIn sei das neue Facebook, wird immer wieder gemunkelt, und zumindest der Feed ähnelt Facebook mittlerweile sehr. Was LinkedIn zudem attraktiv macht, ist eine verhältnismäßig gute Interaktionsrate und gute organische Reichweite. Regelmäßig kommen neue Features hinzu und pro Sekunde gewinnt das Netzwerk mindestens zwei neue Nutzer*innen. Damit ist LinkedIn eines der am stärksten wachsenden sozialen Netzwerke – auch in Deutschland und bietet nicht nur für Unternehmen im B2B-Bereich derzeit so viele Chancen in der Arbeits- und Unternehmenswelt wie kein anderes Netzwerk. Und weil sich LinkedIn dieser Tatsache und der immer schneller wachsenden Beliebtheit bewusst ist, hat sich die Plattform einen raffinierten Algorithmus einfallen lassen.

Warum gibt es den LinkedIn Algorithmus?

Laut Pete Davies, Senior Director of Product Management bei LinkedIn, verfolgt das Netzwerk folgenden Ansatz bei der Priorisierung von Posts: “People You Know, Talking About Things You Care About.” Der LinkedIn Algorithmus soll also sicherstellen, dass für dich relevante Inhalte von Personen aus deinem Netzwerk oder von bekannten Personen aus deiner Branche (quasi Freunde von Freunden mit vielen Interaktionen auf ihrem Content) ganz oben in deinem Feed angezeigt werden. Der LinkedIn Algorithmus arbeitet also nicht gegen dich, sondern soll dir dabei helfen, qualitativ hochwertigere und relevantere Inhalte häufiger und schneller konsumieren zu können als belanglose.

Es gibt prinzipiell zwei Möglichkeiten, wie Inhalte in deinem Feed landen:

  1. Eine Person aus deinem Netzwerk oder ein Unternehmen, dem du folgst, veröffentlicht oder teilt einen Post.
  2. Eine Person aus deinem Netzwerk kommentiert oder liked einen anderen Post, der nicht zwangsläufig von jemandem aus deinem Netzwerk stammen muss.

Diese Ansammlung aus Posts in deinem Feed muss jetzt noch nach Relevanz sortiert werden. Und ab hier übernimmt der LinkedIn Algorithmus.

Übrigens: Anders als bei Facebook und Instagram kannst du diese Priorisierung nach Relevanz in deinem Newsfeed „ausschalten“. Dazu klickst du oben rechts in deiner Feed-Oberfläche auf „Sortieren nach“ und dann auf „Aktuellste“ bzw. „Recent“. Somit bekommst du Posts nach Aktualität angezeigt und nicht mehr nach Relevanz.

So ändert ihr die Sortierung der Posts in eurem Feed.

Wie funktioniert der LinkedIn Algorithmus?

LinkedIn geht mit der Funktionsweise seines Algorithmus im Gegensatz zu anderen Netzwerken sehr offen und transparent um. Ähnlich wie Facebook und Instagram priorisiert LinkedIn Inhalte, die am wahrscheinlichsten für dich relevant sind und mit denen du am häufigsten interagierst. Einfluss auf die Reihenfolge in deinem Feed nehmen:

  • Dein Netzwerk: Personen und Unternehmen, denen du folgst
  • Deine Interaktionen: Likes und Kommentare auf Artikel und Posts
  • Dein Profil: Welchen Beruf übst du aus und welche Interessen hast du angegeben?

Wie genau wählt LinkedIn die Inhalte aus, die „top“ sind?

  1. Schritt – Qualität des Contents: Der LinkedIn Algorithmus checkt als erstes, ob es sich bei deinem Beitrag entweder um…
    …Spam,
    …schlechten Content, oder
    …im besten Fall um qualitativ hochwertige, „gute“ Inhalte handelt.
  2.  Schritt – Interaktionen: Wenn dein Content diese Qualitätsprüfung bestanden hat, erscheint dein Post vorübergehend im Feed deines Netzwerks. Während dieser Phase untersucht der LinkedIn Algorithmus, wie deine Kontakte mit deinem Inhalt interagieren.
    → Best Case: Möglichst viele Leute liken, kommentieren oder teilen deinen Beitrag.
    → Worst Case: Leute markieren deinen Beitrag als Spam oder verstecken ihn in ihrem Feed.
  3. Schritt – Profil und Netzwerk: Um Spamprofile und -inhalte zu identifizieren, checkt der LinkedIn Algorithmus in diesem Schritt euer Profil und euer Netzwerk und überprüft, ob das Zusammenspiel hier funktioniert oder nicht.
  4. Schritt – Überprüfung durch Redakteur*innen: Im letzten Schritt überprüfen (menschliche) LinkedIn-Redakteur*innen euren Beitrag, um festzustellen, warum er so gut funktioniert. Der LinkedIn Algorithmus basiert also im Gegensatz zu anderen sozialen Netzwerken nicht alleine auf Bots. Die neu gewonnenen Informationen, warum ein Beitrag relevant ist, werden immer wieder an den LinkedIn Algorithmus weitergegeben. So wird er ständig weiterentwickelt und lernt ganz im Sinne der KI dauerhaft dazu.
Diese Grafik von LinkedIn soll dir dabei helfen, den Algorithmus zu verstehen. Quelle: https://engineering.linkedin.com/blog/2017/03/strategies-for-keeping-the-linkedin-feed-relevant

Übrigens: Ein zeitliches Limit für das Anzeigen deines Posts auf LinkedIn gibt es nicht. Wird der Inhalt längerfristig als gut befunden, wird er immer wieder in deinem Feed ausgespielt. Das ist auch der Grund, warum du manchmal Beiträge, die bereits mehrere Wochen alt sind, in deinem LinkedIn-Feed siehst.

Solange dein Content gut ist und gut performt, wird er immer wieder im LinkedIn Feed ausgespielt. 

Wie mache ich meine Inhalte auf LinkedIn „sichtbar“
– 6 Tipps

  1. Wähle die richtigen Themen aus.

Da LinkedIn nach wie vor in erster Linie ein Business-Netzwerk ist, sollten die Themen einen beruflichen bzw. professionellen Kontext haben und nicht in die „Was ich heute zu Mittag gegessen habe“-Richtung abdriften. Musterbeispiele für Themen auf LinkedIn sind zum Beispiel Jobanzeigen, Branchennachrichten oder Praxisbeispiele.

Folgendes solltest du bei deiner Themenauswahl beachten:

  • Überlege, was du mit deinem Content auf LinkedIn erreichen willst. Möchtest du dich als Expert*in in einem Fachgebiet positionieren, deine Kontakte über deine beruflichen und persönlichen Entwicklungen auf dem Laufenden halten oder einfach in permanenter Diskussion mit deinem Netzwerk zu den unterschiedlichsten Themen bleiben?
  • Beobachte, was dein Netzwerk interessiert: Mit welchen Inhalten interagieren deine Kontakte, welche Fragen und Probleme haben sie, was greifen sie in ihren eigenen Posts auf und welchen Interessensgebieten folgen sie? Darauf kannst du deine Content-Strategie aufbauen.

Um herauszufinden, was dein Netzwerk interessiert, kannst du die Analysen deiner LinkedIn-Unternehmensseite zu Rate ziehen. Hier findest du zum Beispiel Statistiken zur Branche, in der deine Besucher*innen oder Follower arbeiten oder Informationen dazu, welche Tätigkeitsbereiche sie zur Zeit ausüben und auf welcher Karrierestufe sie stehen.

Die LinkedIn-Analysen findest du auf deinem Unternehmensprofil unter dem Reiter „Analysen“. Dort kannst du zwischen Statistiken zu „Besuchern“, „Updates“ oder „Followern“ wählen.

Seit Juni 2019 priorisiert der LinkedIn Algorithmus außerdem Posts zu Nischenthemen, die vielleicht in erster Linie weniger Aufmerksamkeit bekommen, dafür aber meistens ein höheres Engagement aufweisen. Trau dich also ruhig an neue, besondere Themen heran!

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Professionell ist nicht gleich trocken. Deine Inhalte sollten sich im Idealfall trotzdem von der Post-Flut auf LinkedIn abheben, interessant zu lesen sein und dürfen natürlich auch Spuren von Humor enthalten. Das bringt uns zum zweiten Punkt.

2. Poste qualitativ hochwertige Inhalte

„Das sagt sich so leicht“, denkst du jetzt wahrscheinlich. Denn was ist „Qualität“ auf LinkedIn eigentlich? Um deinen Content selbst auf seine Daseinsberechtigung zu überprüfen, gibt es einen ganz simplen Trick. Bevor du einen Post verfasst, stell dir einfach immer folgende Fragen: 

  • Würde ich diesen Inhalt wertvoll finden, wenn ich ihn in meinem LinkedIn Feed sehen würde?
  • Falls ja, wie kann ich den Inhalt besser aufbereiten, damit er mein Netzwerk bestmöglich anspricht?
  • Falls nein, kann ich ihn in einen interessanten Kontext setzen oder kritisch hinterfragen, so dass er spannend wird?

Wenn ihr die letzte Frage wieder mit Nein beantwortet, solltet ihr euch selbst eingestehen, dass man diesen Inhalt dann wohl besser nicht posten sollte. Doch was zeichnet einen qualitativ hochwertigen Post auf LinkedIn nun aus? Er sollte…

deine Zielgruppe interessieren und ihnen einen Mehrwert bieten. Am besten eignen sich Tipps und Tricks, Best Practice-Anleitungen, hochwertige und informative Bilder und Videos, lesenswerte Zitate, Links zu weiterführenden Beiträgen mit einem kleinen Teaser oder einer Fragestellung, oder Hintergrundinformationen zu einer bestimmten Branche oder einem Unternehmen. Du siehst also: Die Auswahl ist groß.

zu Interaktionen führen. Sag deine Meinung, stell Fragen oder mach Umfragen, sprich Personen direkt an. Alles, was eine Diskussion anregt, ist gut.

Weitere Tipps:
Heb deine Inhalte von den anderen ab. Mach sie hilfreich, wertvoll und auffällig. Das ist der ganze Zauber.

Informationen sollten nicht einfach wiedergekäut, sondern kritisch hinterfragt oder analysiert werden. Copy-Paste kann schließlich jeder. 

Und übrigens: LinkedIn bevorzugt kein bestimmtes Medium. Bilder und Videos sind von der Wertigkeit her gleich gewichtet.

Ein Beispiel aus der Praxis für gute, hochwertige Inhalte auf LinkedIn sind die Beiträge von ZEIT ONLINE, die ihre Strategie auf der Plattform komplett umgestellt haben. Scrollt man zu den Anfängen der Unternehmensseite, nämlich zu den Beiträgen aus dem ersten halben Jahr in 2019, findet man nur Posts, die so aussehen: Externe Links zu den eigenen Artikeln, die kommentarlos geteilt wurden. Die Folge: Keine bis kaum Interaktionen. So sollte man es besser nicht machen.

Die Posts der ZEIT ONLINE zu den Anfangszeiten der Unternehmensseite: kommentarlos geteilte externe Links, keine Interaktionen.

Doch dann die Wende: Zitate aus den geteilten Artikeln werden als Bild aufbereitet und mit kurzem Statement veröffentlicht. Artikel-Links werden nur noch mit Teaser oder Fragestellung vorweg geteilt. Zudem findet man jetzt fast ausschließlich Artikel zu den Themen Arbeit und Beruf, angepasst an die Zielgruppe auf LinkedIn. 

Seit der Umstellung der Social Media-Strategie im Herbst 2019 konnte die ZEIT ONLINE ihre Followerzahl so mehr als verdoppeln. Die Veränderung macht sich auch bei den Interaktionen bemerkbar.

Die aktuellen Beiträge der ZEIT ONLINE sind deutlich ansprechender und informativer, was sich auch durch vermehrte Likes und Kommentare widerspiegelt.

Wir finden: So geht guter Content auf LinkedIn!

Als Publisher postet ZEIT ONLINE meist externe Links, die zu den eigenen Artikeln führen. Grundsätzlich empfiehlt LinkedIn ein Verhältnis von

  • 80 Prozent eigenen Beiträgen ohne Verlinkungen (reiner Text, Text + Foto/Video) zu 
  • 20 Prozent externen Links.

Dieses Verhältnis soll sicherstellen, dass Meinungen nicht einfach kommentarlos durch externe Links verbreitet, sondern mit euren eigenen Worten durch einen LinkedIn-Beitrag vermittelt werden. Auf den LinkedIn Algorithmus hat es aber keine Auswirkungen, ob du nun externe Links postest oder nicht. Der Hinweis von LinkedIn bezieht sich rein auf die Interaktionsrate.

3. Poste in unregelmäßigen Abständen und zu unterschiedlichen Uhrzeiten, aber dennoch zu Stoßzeiten.

Der LinkedIn Algorithmus bevorzugt „natürliche“ Social-Media-Strategien anstatt geplanten. Das bedeutet, wenn du jeden Tag zur selben Uhrzeit einen Beitrag veröffentlichst, kann es sein, dass dieser irgendwann mit geringerer Relevanz bestraft wird.

Trotzdem solltest du analysieren, zu welchen Zeiten dein Beitrag am schnellsten Interaktionen erhält und dies berücksichtigen. Leider findet man das in den LinkedIn Analytics selbst nicht heraus, deswegen teste einfach verschiedene Uhrzeiten, werte die Reichweite deiner Posts aus und vergleiche sie miteinander. Generell gelten die Zeiträume von 8 bis 12 Uhr und von 16 bis 18 Uhr als beste Zeiten zum Posten von LinkedIn-Beiträgen in Deutschland. Das trifft aber natürlich nicht auf jede Zielgruppe zu, deswegen bringt dir nur die eigene Auswertung verlässlichere Informationen.

Wenn du zu oft und zu viel postest, kann es übrigens sein, dass deine Fans genervt von dir sind und die Funktion „Diesen Beitrag verstecken“ verwenden. Das wirkt sich natürlich negativ auf die Relevanz deines Contents aus.

4. Setze die richtigen Hashtags und Erwähnungen

Hashtags auf LinkedIn

Um dein Engagement auf LinkedIn zu steigern, solltest du entsprechend deine Reichweite steigern. Das schaffst du, indem du in deinem Beitrag die richtigen Hashtags setzt und die passenden Personen erwähnst. Hashtags erfüllen auf LinkedIn dieselbe Funktion wie auf jedem anderen sozialen Netzwerk. Sie ordnen deinen Post bestimmten Kategorien zu und helfen so den Nutzer*innen, deinen Content thematisch passend auffinden zu können.

In Tipp 2 haben wir gelernt, dass Nischenthemen durch den Algorithmus priorisiert werden. Auch bei den Hashtags solltest du darauf achten, dass du eher spezifische statt generische Begriffe verwendest. Benutze also zum Beispiel statt #marketing eher #performancemarketing oder statt #food eher #hotdog (letzteres dient rein zur Veranschaulichung, bitte benutze nicht #hotdog auf LinkedIn – außer du willst deine Hotdog-Verkäufe steigern!). Verwende allerdings nicht zu viele Hashtags. Wichtig ist, dass sich der Text immer noch flüssig lesen lässt – setze einen Hashtag daher am besten ans Ende des Posts. 

Im Gegensatz zu Instagram, wo unter fast jedem Beitrag eine Flut an Hashtags (maximal 30 Stück) zu finden ist, sind auf LinkedIn eher gezielte und eben spezifische Hashtags gefragt. Laut LinkedIn solltest du außerdem nicht mehr als fünf Hashtags pro Post verwenden. LinkedIn schlägt dir außerdem bei der Erstellung deines Posts Hashtags vor, die laut Algorithmus zu deinem Inhalt und, falls vorhanden, zu deiner Unternehmensseite passen. Am besten testest du, welche Hashtags langfristig am besten für dich und deine Posts funktionieren und kannst diese dann immer wieder einstreuen, wenn sie thematisch zum Kontext passen. 

Wie man thematisch passende, aber nicht zu generische Hashtags in den Post-Teaser einfließen lassen kann, zeigen zum Beispiel die REWE Group, Media Markt Saturn und E wie Einfach.

Erwähnungen (Mentions)

Wenn du Personen oder Unternehmen in deinen Beitrag involvieren bzw. sie darüber ansprechen möchtest, kannst du sie mit @Nutzer-/Unternehmensname in deinem Post erwähnen. Das hat den Vorteil, dass die erwähnte Person dann meist mit deinem Beitrag interagiert und ihn vielleicht auch teilt, so dass deren Zielgruppe dann deinen Inhalt entsprechend auch in ihrem LinkedIn-Feed angezeigt bekommt. Du steigerst so also automatisch deine Reichweite, da nicht nur dein eigenes Netzwerk den Post sieht, und machst bestenfalls mit deinem Inhalt erwähnte Accounts glücklich.

Übertreib es aber nicht mit den Erwähnungen und wähle die erwähnten Kontakte nicht willkürlich aus. Sonst könnte dein Beitrag als Spam markiert werden. Überleg dir also gut, wen du warum in deinem Beitrag markierst und denke wie bei den Hashtags immer daran: Weniger ist bei LinkedIn tatsächlich mehr!

5. Erweitere strategisch dein Netzwerk

Wenn du Personen in einem Post erwähnst, musst du nicht automatisch mit ihnen auf LinkedIn verknüpft sein. Dennoch ist es auch wichtig, dein Netzwerk ständig zu erweitern, um mehr Reichweite und bestenfalls mehr Engagement zu generieren. Erweitern heißt in diesem Fall aber nicht, wahllos Kontaktanfragen rauszuschicken oder anzunehmen. Es heißt vielmehr, nach Kontakten zu filtern, die dieselben Interessen haben, in der gleichen oder einer ähnlichen Position arbeiten oder anderweitige Überschneidungen mit dir haben, die einen gemeinsamen Austausch rechtfertigen. Alles andere wird einfach nur als “stiller Follower” in deiner Kontaktliste liegen bleiben und sich nicht für deine Inhalte interessieren.

Um Kontakte aus deiner relevanten Zielgruppe zu finden, kannst du folgendes tun:

  • Trete relevanten LinkedIn-Gruppen bei und beteilige dich an Diskussionen. Interagiere mit dem Content anderer Mitglieder*innen und teile deine eigenen Inhalte. So werden Gleichgesinnte auf dich aufmerksam.
  • Pflege dein LinkedIn-Profil, halte es vollständig und up-to-date. So finden dich Kontakte zum Beispiel über dein Unternehmen, anhand deines Titels oder deiner Interessen und können dir eine Kontaktanfrage senden. Dasselbe funktioniert natürlich auch umgekehrt, indem du anhand dieser Faktoren neue, interessante Kontakte suchst und anfragst.
  • Finde für deine Branche relevante Inhalte, z.B. über Hashtags, und interagiere mit diesen. Meist finden sich so neue Gesprächspartner*innen und Kontakte.
  • Qualität vor Quantität: Auch wenn ein großes Netzwerk positiv ist, solltest du nicht einfach jede Kontaktanfrage annehmen. Sieh dir erstmal das Profil der Person an, finde Gemeinsamkeiten und entscheide dann, ob der- oder diejenige in dein Netzwerk passt.

Übrigens: LinkedIn unterscheidet Kontakte, mit denen du dich vernetzen kannst, durch drei Grade:

  1. Grad: Personen, mit denen du bereits vernetzt bist, weil einer von euch die Anfrage des anderen akzeptiert hat, und denen du direkt eine LinkedIn Nachricht schicken kannst.
  2. Grad: Personen, mit denen du einen oder mehrere gemeinsame Kontakt(e) hast, aber noch nicht vernetzt bist. Du kannst ihnen entweder eine Kontaktanfrage oder eine sogenannte InMail senden, um mit ihnen in Verbindung zu treten.
  3. Grad: Personen, die mit dir über einen Kontakt zweiten Grades in Verbindung stehen. Hier gilt auch, dass du ihnen entweder eine Anfrage oder eine InMail schicken kannst. Manche Kontakte werden dir aber nicht mit vollständigem Namen angezeigt.

Welchen Grad ein Kontakt für dich hat, siehst du entweder in den Suchergebnissen oder direkt im Profil rechts neben dem Kontaktnamen. Alle anderen LinkedIn-Nutzer*innen sind für dich nur eingeschränkt sichtbar, meist ohne Namen. Mit diesen Kontakten kannst du dich weder vernetzen noch sie anschreiben. Wenn du eines dieser Profile ansehen möchtest, gibt dir LinkedIn selbst den Hinweis: “Bauen Sie ihr Netzwerk aus, um mehr Profile zu sehen.”

6. Sprich dein Netzwerk emotional an

Auch wenn du dich auf LinkedIn professionell präsentieren und deinen Kontakten in erster Linie wertvolle Inhalte an die Hand geben solltest, schließt das eine humorvolle und emotionale Ansprache in deinen Posts nicht aus. Denn in erster Linie findet auch auf LinkedIn eine Kommunikation von Mensch zu Mensch statt. Und Menschen haben Emotionen. Ja wirklich! Du darfst und sollst also deinen persönlichen Stil in deine LinkedIn Posts einfließen lassen. Und sogar eine Prise Humor ist erlaubt. Beiträge, die dein Netzwerk emotional ansprechen, generieren nachweislich mehr Engagement und du zauberst den Menschen damit vielleicht sogar ein Lächeln ins Gesicht.

WOHNKLAMOTTE bittet in Zeiten von Corona-Quarantäne mit einem “Gruppenbild” darum, daheim zu bleiben und bringt uns so zum Lächeln.
Die Deutsche Bahn spricht sich auf LinkedIn oft klar und emotional gegen Rassismus aus und…
…die Job App Truffls generiert hohe Interaktionsraten mit ihren humorvollsten Posts.

Sei authentisch!

Der wichtigste Aspekt bei der emotionalen Ansprache und auch generell beim Verfassen deiner Posts, den ich dir mitgeben kann, ist: Sei authentisch! Poste, was dich persönlich inspiriert, berührt, interessiert oder auch wütend macht. Folge nicht jedem Trend. Rede über Themen, über die du wirklich reden oder diskutieren willst. Denn so wichtig es dir auch erscheint, im Feed deines Netzwerkes möglichst gut zu ranken und viel Engagement zu generieren, umso wichtiger ist es, sich mit seinem eigenen Content auch identifizieren zu können, dahinter zu stehen und ihn für andere interessant gestalten zu können. Dann kommt der Erfolg von ganz alleine.

LinkedIn als Business Allrounder

Der LinkedIn Algorithmus lernt ständig dazu, dementsprechend kann er auch jederzeit angepasst werden. Ob das auf uns und unseren Content nun positive oder negative Auswirkungen haben wird, kann keiner von uns vorhersehen. Fakt ist aber: Im Moment lässt sich auf LinkedIn im Vergleich zu anderen Netzwerken noch eine gute organische Reichweite erzielen und auch die Interaktionen sind vergleichsweise hoch. Wer LinkedIn bis jetzt noch nicht einsetzt, sollte also spätestens jetzt damit beginnen. 

Die Bandbreite an Möglichkeiten von der Mitarbeitergewinnung über die Generierung von Leads und Sichtbarkeit für das eigene Unternehmen bis zur Information und Weiterbildung ist einfach zu groß, um sie ungenutzt zu lassen. LinkedIn ist schon längst nicht mehr nur ein digitaler Lebenslauf, sondern bietet Privatnutzer*innen, aber auch Unternehmen über viele Abteilungen hinweg einen großen Mehrwert (hierzu empfehlen wir auch unseren Artikel zum Thema „Social Selling“).

LinkedIn hat sich in den letzten Jahren auf spannende Art und Weise weiterentwickelt und ermöglicht einen wertvollen Austausch im beruflichen Kontext. Und wo sonst kann man sich so schnell, einfach und kostenlos über aktuelle Branchennews, Entwicklungen und Analysen auf den Stand halten? Das alles macht LinkedIn zu einem echten Allrounder für fast jedes Business. Der LinkedIn Algorithmus hilft dir dabei, die Qualität in deinem Feed auf einem hohem Level zu halten. Nutze die Chance, verstehe die Funktionsweise des LinkedIn Algorithmus und arbeite mit ihm Hand in Hand. 

Text: Anna Maucher



Quellen:

https://blog.hubspot.com/blog/tabid/6307/bid/30030/LinkedIn-277-More-Effective-for-Lead-Generation-Than-Facebook-Twitter-New-Data.aspx
https://www.kontor4.de/beitrag/aktuelle-social-media-nutzerzahlen.html
https://news.linkedin.com/about-us#statistics
https://news.linkedin.com/2019/January/what-s-in-your-linkedin-feed–people-you-know–talking-about-thi
https://engineering.linkedin.com/blog/2017/03/strategies-for-keeping-the-linkedin-feed-relevant
https://engineering.linkedin.com/blog/2019/06/community-focused-feed-optimization
https://meedia.de/2019/06/26/linkedin-aendert-seinen-algorithmus-das-muessen-publisher-jetzt-wissen/

Dieser Artikel erschien zuerst im SocialHub Mag – lade dir unser Social Media-Magazin hier kostenlos herunter!

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