Der Instagram-Algorithmus: 7 Tipps, wie deine Posts “sichtbar” werden

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Er ist ebenso verhasst wie notwendig: Der Instagram-Algorithmus. Die Zeit der chronologischen Reihenfolge ist schon seit über zwei Jahren vorbei – Bilder und Video werden nur noch nach Relevanz im Feed angezeigt. Viele können sich immer noch nicht richtig mit dieser Art des Rankings anfreunden. Dabei will euch der Algorithmus doch nur unterstützen – ihr werdet sehen!

Doch warum hat Instagram sich für diesen Schritt entschieden? Eingeführt wurde der Algorithmus, weil wir User immer mehr Accounts folgen und man so leicht die Übersicht verliert. 70% der Inhalte im Feed eines durchschnittlichen Instagram-Users wurden durch die chronologische Reihenfolge nicht gesehen. Es gab und gibt einfach zu viele minütliche Inhalte, mit denen niemand mithalten kann – irgendwann muss schließlich jeder von uns auch mal schlafen.

Durch den Algorithmus konnte Instagram die Sichtbarkeit von Inhalten um 40% steigern.

Die Anzahl der „sichtbaren“ Posts hat sich durch den Algorithmus deutlich erhöht. Klar ist also: Er funktioniert – man muss “nur” entsprechend guten und gefragten Content liefern. Denn grundsätzlich dreht sich heute alles um eines: Engagement.

Engagement ist das A und O!

Bekommt ein Foto oder Video sehr viele Likes oder Kommentare, wird dem Algorithmus signalisiert, dass der Content für viele User interessant ist. Entsprechend weit oben wird er dann in deinem Feed platziert. Aber nicht nur die Anzahl der Interaktionen, auch wie schnell ein Post Engagement erzeugt, ist für den Algorithmus entscheidend.

Viele verteufeln den Algorithmus, weil sie ihm die Schuld an zu wenig generierter Reichweite der eigenen Beiträge zusprechen. Die wenigsten suchen das Problem bei sich und ihrem möglicherweise mittelmäßigen Content. Denn natürlich will sich keiner eingestehen, dass die eigenen Posts nicht „hammergeil“ sind. Dabei ist es doch so einfach: Guter Content = hohes Engagement = hohes Ranking. Das heißt: Dein Content MUSS gut sein!

Wenn man sehr schnell viele Likes auf einen Post generiert, rankt der Beitrag auch sehr weit oben.

Um zu wissen, wie man guten Instagram-Content zaubert, müssen wir uns die Faktoren des Algorithmus mal genauer ansehen.

Wie funktioniert der Instagram-Algorithmus?

In den letzten Jahren wurde viel über die Ranking-Faktoren bei Instagram spekuliert. Vor ein paar Wochen hat sich zum ersten Mal Instagram selbst zur Funktionsweise des Algorithmus geäußert: Product-Lead Julian Gutman erklärte im Rahmen eines Pressetermins in den USA die drei wichtigsten Rankingfaktoren:

1. Interesse
Durch deine vergangenen Interaktionen mit Beiträgen zu bestimmten Themen bewertet Instagram, wie interessant ein Beitrag für dich sein könnte. Wenn du also viele Bilder zum Thema “Einhörner” geliked hast, wirst du wahrscheinlich auch mehr Einhorn-Bilder in deinem Feed sehen. Wir merken uns also: Je mehr du mit Content zu einem entsprechenden Thema interagierst, desto mehr wird dir zu diesem Thema passend angezeigt.

Instagram merkt sich auch, ob du lieber mit Videos oder mit Bildern interagierst und priorisiert diese in deinem Feed – ein Mythos ist dagegen, dass es, wie Facebook, Videos von Vornherein höher als Bilder stellt.
Wichtig: Instagram misst auch die Zeit, die du auf einem Post verweilst, um zum Beispiel die Bildunterschrift zu lesen.

Eine lange Verweildauer ist ein weiteres Zeichen für Relevanz.

Das ist auch der Grund, warum Videos oder Boomerangs so gut performen – es dauert einfach länger sie anzusehen. Um ein hohes Ranking zu garantieren, musst du also die Nutzungsdauer deiner Beiträge erhöhen.

2. Aktualität
Auch wenn Posts nicht mehr rein chronologisch angezeigt werden, ist es wichtig, wann der Beitrag veröffentlicht wurde. Neuere Bilder oder Videos siehst du dementsprechend weiter oben in deinem Feed.

Das hängt aber auch von deiner Nutzungshäufigkeit von Instagram ab. Wenn du nur ein paar Mal die Woche für ein paar Minuten die App öffnest, werden meist noch Beiträge von vor ein paar Tagen angezeigt, bei mehrmals täglicher Nutzung sind sie nur wenige Minuten alt.

Vorteil: Posts werden durch den Algorithmus über einen längeren Zeitraum gesehen.

Deswegen bekommst du noch Likes auf Fotos, die du vor zwei Tagen gepostet hast. Eigentlich ganz cool, oder?

 3. Beziehungen/Interaktionen
Je häufiger du mit Beiträgen eines einzelnen Accounts interagierst, desto höher werden zukünftige Beiträge dieser Person oder dieses Unternehmens in deinem Feed gerankt. Selbst wenn du also einem Prominenten mit 30 Millionen Followern folgst, wird dir deine Mama mit 30 Followern wahrscheinlich weiter oben angezeigt, wenn du (hoffentlich) jedes Bild von ihr in der Vergangenheit geliked hast. Die Häufigkeit der Interaktionen mit einem bestimmten Account wird also auch berücksichtigt. Instagram wird dir mehr Content von dieser Person in deinem Feed zeigen – braver Algorithmus!

Jetzt kennst du also die drei Hauptfaktoren beim Ranking von Instagram-Posts und übrigens auch von Instagram-Stories. Wie stark der Algorithmus greift, kommt natürlich auch ganz auf die Anzahl der Kanäle an, denen du folgst. Folgst du nur fünf Accounts, muss der Algorithmus fast gar nicht selektieren. Bei 500 sieht das schon wieder ganz anders aus.

7 Tipps, wie deine Posts höher ranken

Der Algorithmus ist nicht so böse wie alle sagen – er ist dein Freund. Man muss nur wissen, wie man mit ihm umgeht. Genauer: Wie schaffst du es, das Engagement auf deine Posts anhand der drei Ranking-Faktoren zu steigern?

1. Längere und erzählende Bildunterschriften
Wir wissen jetzt, dass die Verweildauer auf einem Post laut Algorithmus ein gutes Zeichen für Interesse ist und entsprechend durch hohes Ranking belohnt wird. Damit sich deine Follower einen Beitrag möglichst lang ansehen, muss deine Bildunterschrift sie catchen. Stichwort Storytelling: Erzähle eine Geschichte, die mit deinem Foto in Verbindung steht und deine Zielgruppe interessiert. Das Best Case Scenario ist, dass alle deine Follower deinen Text vollständig aufklappen, um ihn zu lesen.

Die Bundeswehr postet viele Fotos aus ihrem Alltag und ihren Einsätzen – die passenden Informationen verpacken sie in kleinen Texten, die die Situation beschreiben – weiterer Tipp: Hashtags in den Text integrieren, um die Flut an Hashtags (die eh keiner liest) am Ende der Bildunterschrift zu minimieren.

2. Einen überzeugenden Call-To-Action
Liken und Kommentieren erzeugt bekanntermaßen Engagement – deswegen musst du deine Follower zu einer Interaktion bewegen. Mit einem einfachen „Like diesen Post – dann winkt dir ewiges Glück!“ ist es aber meist nicht getan. Am besten funktionieren Meinungsfragen, Umfragen, Rätsel oder Gewinnspiele. Gute Praxisbeispiele findet ihr auf vielen größeren Business-Accounts wie Media Markt oder RossmannÜbrigens: Likes und Kommentare performen nicht gleich. Kommentare ranken höher als Likes, da sie mehr Aufwand benötigen. Dementsprechend solltet ihr euren Call-To-Action-Fokus auf Kommentare legen

Die HUK-COBURG postet immer wieder Entweder-Oder-Fragen auf Instagram, die ihre Follower auf unaufdringliche Weise zum Kommentieren bewegen.
Media Markt weiß, wie man einen CTA setzt – durch ihr Gewinnspiel zur WM 2018 bekamen sie so viele Kommentare auf diesen Post wie auf keinen zuvor.

3. Bilder posten, die man nicht jeden Tag sieht
Klingt einfach, ist es aber nicht. Nicht nur qualitative Bilder sorgen für Engagement, sondern auch außergewöhnliche Bilder, die nicht jeden Tag im Feed deiner Follower auftauchen. Sie sollten sofort als Blickfang dienen, die Menschen zum möglichst langen Betrachten anregen und so Interesse suggerieren. Die harte Konsequenz: Weniger Bilder vom Mittagessen posten und mehr kuriose Szenen aus dem morgendlichen Meeting!

E.ON verbindet hier als Stromanbieter thematisch passende Motive mit unerwarteten Extras. Die Folge: Dieses Bild zum Neujahr entwickelte sich zu einem der Engagement-stärksten auf ihrem Account.
Das Polizeipräsidium Frankfurt am Main hat es raus – immer wieder posten sie interessante Bilder und andere Blickwinkel anstatt 0815-Polizeialltag.

4. Videos und Slideshows einsetzen
Um die Verweildauer auf deine Posts weiter zu steigern, lohnt es sich, manchmal auf Videos oder Slideshows aus mehreren Bildern zu setzen. Gepaart mit einer überzeugenden Bildunterschrift und einem guten CTA bleiben die Leute an eurem Beitrag hängen. Vor allem Instagram Stories lassen sich gerne für Bewegtbild verwenden. Aber Vorsicht: Ihr solltet nicht mehrmals täglich ewig lange Videos mit dem Informationsgehalt eines Glückskekses posten – kurz, knackig und thematisch passend sind hier die Stichwörter.

Spielehersteller EA postet auf seinem Instagram Account mehr Videos als Fotos – das passt erstens einfach besser zur Bewegtbild-Marke und zweitens generiert er dadurch eine hohe Verweildauer auf seinen Beiträgen.
Die Zeit ist ein großer Fan von Slideshows auf Instagram – die Storytelling-Geschichten, die sie damit bildgewaltig erzählen können, passen aber auch einfach zum Konzept einer Zeitung.

5. Richtige Hashtags setzen
Um auf dich aufmerksam zu machen und somit viel Engagement zu generieren, ist auch die richtige Setzung von Hashtags wichtig. Grundsätzlich gilt: Finde die beliebtesten Hashtags deiner Zielgruppe heraus! So machst du auch neue Leute auf dich aufmerksam, die mit deinem Beitrag interagieren. Es gibt online einige Auswertungen zu den beliebtesten Hashtags wie von onlinemarketing.de, allerdings solltet ihr eher auf Hashtags ähnlicher Accounts oder Wettbewerber setzen. Oder ihr nutzt die Instagram-Suche und seht so nicht nur die Beliebtheit des jeweiligen Hashtags, sondern auch noch verwandte Begriffe.

Die Deutsche Bahn baut mittlerweile Hastags in Fließtexte ein – sie sind auf ihre Zielgruppe (#db, #bahn, #zug) abgestimmt, können aber auch eine erweiterte Zielgruppe (#reise, #travel) ansprechen. Der CTA stimmt übrigens auch.

6. Zur besten Zeit posten
Das höchste und vor allem schnellste Engagement erzeugen deine Posts natürlich, wenn dein Publikum online ist. Die Aktualität ist Instagram ja bekanntlich immer noch wichtig. Die besten Uhrzeiten zum Posten, angepasst an deine Zielgruppe, lassen sich ganz leicht direkt in Instagram unter “Insights” herausfinden. Da siehst du, wann deine Follower am häufigsten online sind. Das geht aber nur, solange du einen Business-Account hast – private Accounts haben keinen Zugriff auf Insights.

In eurem Business-Account könnt ihr oben rechts eure Insights einsehen – unter „Zielgruppe“ seht ihr die Zeiten, an denen ihr am besten auf Instagram posten solltet.

7. Ads schalten
Alleine mit organischer Reichweite geht es leider auch auf Instagram nicht mehr. Das Geheimnis ist ein guter Mix aus Paid und Organic Content – übrigens auch das Titelthema des neuen SocialHub Mags, das ihr hier herunterladen könnt.
Warum man auch ab und zu Ads schalten sollte: Je mehr Accounts es bei Instagram gibt, desto mehr Content gibt es. Deswegen konkurrieren immer mehr Beiträge um einen Platz im Feed und die Wahrscheinlichkeit, dass euer Beitrag gesehen wird, sinkt. Um ihn sichtbar zu machen, muss man manchmal einfach dafür bezahlen. Gerade wenn man neue Follower generieren möchte, kommt man um diesen Schritt nicht herum.

Werbeanzeigen für Facebook und Instagram erstellen, kannst du übrigens im SocialHub – gewohnt einfach, direkt im Content Planner und zusammen mit deinen anderen Posts. Wenn du unseren Content Planner mit dem Ads Feature mal testen willst, melde dich gerne hier.

Jetzt seid ihr dran!

Pro Sekunde werden überall auf der Welt 854 Beiträge pro Minute veröffentlicht. Der durchschnittliche Instagram-Nutzer bis 29 Jahre in Deutschland verbringt 17 Minuten pro Tag auf Instagram. Auch wenn jeder von uns nur einer gewissen Anzahl an Accounts folgt (bei mir sind es knapp 400), ist die Chance, dass man jeden Beitrag sieht, sehr gering. Der Instagram Algorithmus hat die Wahrscheinlichkeit auf jeden Fall gesteigert – bei chronologischer Reihenfolge hätten wir schlichtweg keine Chance mehr, möglichst viele für uns interessante Beiträge zu sehen. Gebt ihm also eine Chance – er will nur helfen!

Genauso wie wir. Mit unseren Tipps ranken eure Beiträge besser – probiert es doch mal aus! Aber nicht vergessen: es geht nicht darum, ausschließlich Videos zu posten, Beiträge mit 78 Hashtags zuzupflastern und jedes Mal einen kleinen Roman zu schreiben. Macht, was zu euch passt und findet die richtige Mischung! Denn der Content muss zu euch und eurer Marke passen – so und nicht anders.

Text, Bilder und Screenshots: Anna Maucher
Titelbild: Photo by rawpixel on Unsplash